Der James Krüss Preis

Erzählkunst, Weltoffenheit und Toleranz

Um das Andenken an James Krüss zu wahren, vor allem aber um auch in seinem Namen junge, zeitgenössische Autoren und Autorinnen zu fördern, haben Krüss' Nachfahren einen eigenen Preis ins Leben gerufen. Der James Krüss Preis für internationale Kinder- und Jugendliteratur wird seit 2013 alle zwei Jahre vergeben. Ziel ist, die Erzählkunst einer Autorin, eines Autors zu würdigen. Außerdem will der Preis Weltoffenheit und Toleranz fördern, das sind Werte, die Krüss Zeit seines Lebens besonders am Herzen lagen.

Mit dem Preis wird das Werk eines lebenden Kinder- und Jugendbuchautors oder einer -autorin ausgezeichnet, das durch sprachliche Brillanz, Originalität, phantasievolles Erzählen, Formenvielfalt und Humanität überzeugt. Der Preis kann auch an ausländische Autorinnen und Autoren vergeben werden. Voraussetzung ist die Präsenz des ausgezeichneten Werks auf dem deutschsprachigen Buchmarkt. Wenn ausländische Autorinnen oder Autoren den Preis erhalten, wird auch der Übersetzer oder die Übersetzerin ausgezeichnet. Der Preis ist mit 8000 Euro dotiert.

 

Portait des britischen Autors David Almond
© Keith Morris / Alamy Stock Photo

James Krüss Preis 2022 für David Almond

Mit dem James Krüss Preis 2022 wurde der britische Autor David Almond (Foto), geboren 1951 in Gateshead im Nordosten Englands, ausgezeichnet. Seine komplexen Geschichten schildern unsere Realität und sind gleichzeitig an der Grenze zum Magischen angesiedelt. Der Weg dahin führt über die großen Fragen unserer Existenz, denen Almond ebenso wenig ausweicht wie seine eigenwilligen, autonomen Kinderfiguren. Almonds im besten Sinne offenen Texte sind getragen von Empathie, Humor und einer großen Lust am Sprachspiel in spürbarer Nähe zu den Texten von James Krüss.

In »Mina« beispielsweise widmet sich die Titelheldin in allerbester Helgoländer Nachfolge dem »Abklopfen« von Wörtern. Was sie herausfindet, steht den Ergebnissen von Boy und seinem Urgroßvater in nichts nach und setzt doch ganz eigene Akzente. Mit seinem erzählerischen Eigensinn und seinem feinen Sprachempfinden erweise sich David Almond in seinem Gesamtwerk als würdiger Krüss-Preisträger, begründet die Jury ihre Entscheidung. Mit Almond wurde seine derzeitige Hauptübersetzerin Alexandra Ernst ausgezeichnet, die seine Romane »mit Eleganz und feinsinnig in ein literarisch ebenbürtiges Werk ins Deutsche überträgt«.

Die Preisverleihung fand am 8. September 2022 in der Internationalen Jugendbibliothek auf Schloss Blutenburg statt.

leeres Rednerpult bei der Krüss Preisverleihung
© Stiftung Internationale Jugendbibliothek

 

Die Preisträgerinnen und Preisträger seit 2013

Preisträgerin 2013 war die niederländische Autorin und Illustratorin Joke van Leeuwen, zusammen mit ihren Übersetzerinnen Hanni Ehlers und Mirjam Pressler. 2015 wurde der britische Autor und Drehbuchautor Frank Cottrell Boyce zusammen mit seinem Übersetzer Salah Naoura ausgezeichnet. 2017 erhielt Andreas Steinhöfel den Preis und 2019 wurden Frida Nilsson und ihre Übersetzerin Friederike Buchinger ausgezeichnet. Die Preisträgerin 2021 war Tamara Bach.